Karate – mehr als nur Kampfsport in Hannover

Wer sich für den Weg des Karate-Do entscheidet, lernt nicht nur eine Kampfsportart oder ein System zur Selbstverteidigung, sondern formt vielmehr auch seinen eigenen Charakter, denn dessen Weiterentwicklung und Stärkung ist ein vitaler Bestandteil des Karate im Rahmen des Karate-Do. Demnach ist die innere Haltung des Karateka ebenso wichtig wie seine körperliche Fitness.

Spätestens mit der Aufnahme des Karate Sports in das olympische Programm, rückte das Sportkarate mit seiner wettkampforientierten Ausrichtung mehr und mehr in den Vordergrund. Auch wenn die Aufnahme in das olympische Programm einen wichtigen Meilenstein für den Sport darstellt, sehen wir das Wettkampfkarate als nicht so wichtig an. Es ist ein schöner, aber nicht notwendiger Zusatz. Wir bieten Wettkampfinteressierten zwar nach Absprache in zusätzlichen Trainingseinheiten eine gezielte Wettkampfvorbereitung an, legen unseren Schwerpunkt aber auf das traditionelle Shotokan Karate.

Wir vertreten die Meinung, dass Karate mehr gelebt als nur trainiert werden sollte, sodass man von allen Facetten dieses Sports profitieren kann. Neben dem Aspekt der Selbstverteidigung ist Karate auch ein ideales Ganzkörpertraining, das einem ohne Weiteres den Weg ins Fitnessstudio ersparen kann. Davon abgesehen ist Karate auch im Alltag ein wertvoller und verlässlicher Partner, denn es schult sowohl den Geist als auch die innere Haltung und kann zudem bis ins hohe Alter trainiert werden. Genau diese Schulung kann in einem Ernstfall entscheidend sein, da sie uns die innere Ruhe gibt, um besonnen und angemessen zu handeln.

Kommt vorbei und lasst euch von uns einen kleinen Einblick in die Welt des Karate geben!

Die Philosophie des Karate – Karate-Do

Karate war schon immer mehr als nur ein Weg, um sich selbst verteidigen zu können. Im Karate steckt viel mehr eine Lebensphilosophie – das Karate-Do (dt. „Der Weg der leeren Hand“). Die leere Hand (jap. Kara-te) bezieht sich dabei auf den waffenlosen Kampf im Karate. Der Weg (jap. Do) beschreibt die innere Haltung. Um unvoreingenommen und angemessen auf alle Situationen reagieren zu können und friedlich mit der Welt im Einklang zu leben, soll der Karateka seinen Geist von allen negativen Gedanken und Gefühlen befreien.

Im Shotokan Karate gibt es einen Kodex für das angemessene Verhalten. Dieser Kodex – auch Shoto Niju Kun genannt – umfasst 20 Regeln. Dabei gibt die erste Regel „Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt“ den Kern des Karate-Do sehr gut, wenn auch bei Weitem nicht umfassend wider. Unabhängig davon, in welcher Situation sich der Karateka befindet. Ob im Training, im Wettkampf oder im Alltag. Der Respekt und die Achtung vor dem Gegner stehen immer im Vordergrund. Die Schulung des Geistes und die stetige Weiterentwicklung der Persönlichkeit nehmen im Karate gegenüber den körperlichen Fähigkeiten eine mindestens ebenbürtige, wenn nicht gar übergeordnete Stellung ein.

Karate als Kampfsportart

Ist Karate als reine Form der Selbstverteidigung schon sehr alt, ist es als eigentlicher Kampfsport erst Anfang des 20. Jahrhunders entstanden. Dabei haben sich vier große Stilrichtungen gebilet: Das Goju-Ryu, das Shito-Ryu, das Wado-Ryu und das Shotokan. Wir trainieren den traditionellen Shotokan Stil, der sich verglichen zu den anderen Stilen besonders durch seine langen Stellungen auszeichnet.

Im Allgemeinen zeichnet sich Karate neben seinen Schlag-, Stoß-, Tritt-, Block- und Fußfegetechniken besonders durch die Hüftarbeit aus, die letztlich einen entscheidenden Anteil an der Qualität einer ausgeführten Technik hat. Davon abgesehen sind bei der Ausführung aller Techniken Beweglichkeit, Schnelligkeit und konditionelle Belastbarkeit wichtige Faktoren.

Grundlagen des Karate-Trainings

Jedes Training folgt traditionell gewissen Grundlagen. Einen wichtigen Part übernimmt das Kihon. Hier werden die einzelnen Techniken und Stellungen trainiert. Aufgrund dessen kommt dem Kihon in jedem Training ein entscheidender Anteil zu, da hier die Techniken durch ständige Wiederholungen trainiert und verbessert werden.  Ist die Technikausführung entsprechend können die Techniken im Partnertraining – dem Kumite – angewendet werden. Hier gibt es gemessen an der Stufe der Trainierenden verschiedenste Formen. Die dritte Säule des Karate bildet das Training der Kata, was sich in Form mehrerer Bewegungsabläufe darstellt.

Kata

Die Kata haben in der ursprünglichen Entwicklung des Karate eine sehr wichtige Bedeutung. Da Karate lange Zeit verboten war, musste es im Geheimen praktiziert und weitergegeben werden. Aus diesem Grund bündelten die Meister die zu vermittelnden Kampftechniken in eine sogenannte „Kata“. Diese zeigen festgelegte Abläufe und Formen in didaktisch zusammenhängenden Einheiten. Damit die Hintergründe jeder einzelnen Kata von außen nicht ohne Weiteres zu erkennen waren, wurden sie mit einem Schrittdiagramm – dem sogenannten „Embusen“ – chiffriert. Diese Formen sind bis heute ein wichtiger Bestandteil des Training.

Kihon

Das Kihon stellt die Grundschule des Karate dar. Hier werden alle Techniken und Stellungen in stetigen Wiederholungen trainiert und verfeinert. Die Kihon bildet somit quasi das Grundgerüst eines jeden Karateka. Mit fortschreitender Graduierung des Übenden variieren auch jene Techniken in Komplexität, Geschwindigkeit und Kraft. Nichtsdestotrotz beginnt jedes einzelne Training mit der ersten gelernten Technik. Nur so kann die Technik bis ins letzte Detail verinnerlicht werden, wodurch sich die einzelnen Bewegungen im Ernstfall zu reflexhaften Handlungen verknüpfen lassen und somit eine erfolgreiche Selbstverteidigung ermöglichen. Zu diesem Training gehören neben der reinen Technik in Form von Arm- oder Beinbewegung auch die richtige Atmung sowie die Anspannung und Entspannung der einzelnen Muskelgruppen.

Kumite

Im Kumite finden die erlernten Techniken Anwendung. Anfangs wird noch in abgesprochenen und bis ins kleinste Detail vorgeschrieben Abläufen gekämpft. Im weiteren Verlauf der Entwicklung des jeweiligen Karateka wird diesem immer mehr Spielraum ermöglicht wodurch es schließlich zum freien Kampf kommt. Essentiell ist dabei die Grundeinstellung, sein Gegenüber nicht als Gegner, sondern als Partner zu sehen. Nur so können beide effektiv trainieren.

Graduierungen im Karate – Die Farben der Gürtel

Die Gürtelfarben. Ein ganz großes Thema, sogar den Laien flößt es Respekt ein, wenn jemand den schwarzen Gürtel hat. Aber schauen wir uns das kurz etwas genauer an.

Es gibt zum einen die Schülergrade, die sogenannten Kyu. In diesen Schülergraden arbeiten sich die Karateka vom 9. Kyu hoch zum 1. Kyu. Folgende Gürtel gibt es in den Schülergraden:

9. Kyu -> weiß
8. Kyu -> gelb
7. Kyu -> orange
6. Kyu -> grün
5. Kyu -> blau bzw. violett
4. Kyu -> blau bzw. violett
3. Kyu -> braun
2. Kyu -> braun
1. Kyu -> braun

Im Anschluss daran folgen die Meisterschüler und Meistergrade, die sogenannten „Dan”. Steigt die Kompetenz des Schülers mit schrumpfendem Kyu-Grad an, so ist es beim Dan genau umgekehrt – der 1. Dan ist der niedrigste, der 10. verkörpert die höchste Stufe des Karate:

1. DAN bis letztlich 10. DAN -> schwarz

Zur Erlangung des nächsthöheren Grades müssen jeweils Prüfungen abgelegt werden.

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